08.09.2003 Der alternative Markt ist fest etabliert
Durch die jüngst von den Herstellern originalen Drucker-Zubehörs vorgenommenen Preissenkungen sieht Pelikan Hardcopy-Chef Karl Kallinger die Position der alternativen Anbieter nicht gefährdet. Im Interview verweist er auf die Stärken seines Unternehmens und erläutert Ziele und Zukunftsperspektiven.
PBS Report: Vor kurzem haben mehrere Anbieter von Original-Zubehör wie HP, Brother, Lexmark ihre Preise deutlich gesenkt. Wie reagiert Pelikan Hardcopy darauf?
Kallinger: Grundsätzlich richtet sich die Preisstellung der Produkte von Pelikan Hardcopy nach den Preisen der Originalhersteller. Allerdings ist unsere Produktion nicht vom Dollar-Kurs abhängig. Pelikan Hardcopy will sowohl Kunden als auch Verbraucher nicht durch ständige Preiserhöhungen und Preissenkungen verunsichern. Sollte die Wettbewerbsfähigkeit leiden, werden wir natürlich Preisanpassungen vornehmen. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht der Fall.
PBS Report: Welche Auswirkungen haben die Preisreduzierungen der Hersteller von Original-Zubehör auf das Geschäft der alternativen Anbieter?
Kallinger: Selbst durch die teilweise größeren Preisreduzierungen der Original-Hersteller bleibt immer noch ein respektabler Vorteil für den Verbraucher beim Erwerb von alternativem Druckerzubehör bestehen. Die zunehmende Preissensibilität der Endverbraucher lässt den Trend zum alternativen Zubehör weiterhin erkennen. Ein anderer Nebeneffekt ist, dass durch die Preisreduzierungen der Hersteller von Original-Zubehör auch das Leergut günstiger wird. Das ermöglicht den Alternativ-Anbietern, die Preise zu senken, so dass gegenüber den Endverbrauchern ebenfalls günstiger angeboten werden kann.
PBS Report: Ist durch diese Preissenkungen eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt worden?
Kallinger: Nein, denn die Preisreduzierungen sind, wie schon erwähnt, eher aufgrund des Dollarkurses entstanden. Sobald der Dollar wieder zulegt, werden mit Sicherheit auch wieder Preiserhöhungen anstehen. Das zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre.
PBS Report: Wohin entwickelt sich das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien künftig und wird sich die Relation zwischen den marktbeherrschenden Original-Herstellern und den alternativen Supplies-Anbietern verändern?
Kallinger: Der alternative Druckerzubehör-Markt ist fest etabliert. Die Verbraucher haben mit Pelikan Hardcopy-Produkten positive Erfahrungen gemacht. Sie wissen, dass alternatives Druckerzubehör von Pelikan Hardcopy keinen Verzicht auf Qualität bedeutet.
PBS Report: Als Marktführer unter den Alternativen ist Pelikan Hardcopy erheblichem Wettbewerb ausgesetzt. Wie sehen Sie Ihre Position und wie beurteilen Sie die Entwicklung der Konkurrenz?
Kallinger: Pelikan Hardcopy ist in einer "Sandwich-Position": auf der einen Seite die Original-Anbieter und auf der anderen die Anbieter aus dem Alternativbereich. Trotz dieser schwierigen Position haben wir unsere Marktstellung besonders in den letzten drei Jahren erheblich ausweiten können. Denn Pelikan Hardcopy bietet gleich bleibend gute Qualität durch eigene Forschung und Entwicklung und eigene Produktion. Seit Jahren werden Marketing- und Vertriebsstrategien kontinuierlich ausgebaut. Pelikan Hardcopy bietet POS-Unterstützung für jeden Handelsbereich. Unsere Kunden werden durch einen eigenen Außendienst betreut, die Fläche am Regal wird durch Category Management optimiert.
PBS Report: Im Inland ist Pelikan Hardcopy nicht zuletzt dank seiner Markenbekanntheit stark, im Ausland hingegen haben Sie Nachholbedarf. Welche Expansionspläne haben Sie dort?
Kallinger: In den vergangenen zwei Jahren konnte Pelikan Hardcopy die Markenbekanntheit in Italien, Spanien und Frankreich enorm ausbauen. In der nächsten Zeit wird verstärkt in Osteuropa expandiert. Besonders in Polen ist Pelikan Hardcopy sehr erfolgreich, und die Erfahrungen, die wir dort machen konnten, sollen nun genutzt werden, um sie in anderen osteuropäischen Ländern zu adaptieren.
PBS Report: Den meisten Umsatz macht Pelikan Hardcopy mit Tinte. Wie wollen Sie den Umsatzanteil von Toner-Produkten steigern?
Kallinger: Das stimmt. Zwei Drittel des Umsatzes fallen in den Bereich Inkjet. Allerdings hat Pelikan Hardcopy schon im laufenden Geschäftsjahr den Umsatz mit Toner um knapp 30 Prozent erhöhen können. Gründe dafür sind zum einen die neuen Kapazitäten unseres Werkes in Tschechien. Zum anderen tragen Investitionen in Forschung und Entwicklung dazu bei, dass wir mit Neuheiten schnell auf dem Markt sein können. Pelikan Hardcopy war der erste alternative Anbieter, der die DIN 33870 für Toner umgesetzt hat. Dieses Thema verfolgen wir intensiv weiter - natürlich auch für den Inkjet-Bereich. Und zu guter Letzt werden wir den DTU-Bereich (Groß-Kunden-Beratung) weiter ausbauen, so dass gerade bei Toner weiterhin alle Zeichen auf Wachstum stehen.
PBS Report: Herr Kallinger, wir danken Ihnen für das Gespräch.
aus: PBS Report (www.pbsreport.de)





